
Heute ist Steve Jobs im Alter von 56 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben. Für mich war er in mehrerer Hinsicht ein Vorbild. Sowohl seine kompromisslose Art nutzerzentriert zu Denken und zu Handeln, hohe Qualität zu liefern oder Dinge eben nicht zu tun, als auch die Professionalität seiner Präsentationen sind bemerkenswert. Ich bin neugierig, wie Apple sich weiterentwickeln wird, nachdem der bekannteste Visionär von Bord gegangen ist.
Vom Blog Presentation Zen bin ich auf eine kurze Rede von Steve Jobs an der Stanford University aus dem Jahre 2005 aufmerksam gemacht worden. Dort erwähnt er drei Dinge, die sein Leben geprägt haben:
- Connecting the dots
Nach 6 Monaten am Reed College, beschloss er den Weg zum Abschluss nicht mehr zu verfolgen, unter anderem aufgrund der für seine Eltern hohen Kosten. Dies verschaffte ihm die Chance, sich noch einige Zeit Kursen zu widmen, die ihn interessierten. So widmete er sich der Kalligraphie, die später wesentlichen Einfluss auf die hoch entwickelte Typographie im ersten Mac und ihm davon abgekupferten Windows hatte. Rückwirkend kann man diese Punkte miteinander verbinden, allerdings nicht am Anfang des Weges in Richtung Zukunft. Für Steve Jobs war es entscheidend, Vertrauen in sich selbst zu haben, insbesondere wenn man ausgetretene Pfade verlässt. - Love and loss
Für ihn war es ein großes Glück, so früh im Leben gefunden zu haben, was er liebte…den Mac. Ein Jahr nach dessen Debut wurde er gefeuert. Für ihn war es rückblickend eine glückliche Wendung, da er NeXT aufbauen konnte, PIXAR gründete und seine Frau kennenlernte. Und so ist sein Resümée, dass man im Arbeitsleben die Dinge tun soll, an die man glaubt und die einen wirklich zufrieden stellen. Wenn man sie noch nicht gefunden hat, muss man weiter suchen und sich nicht auf einem Kompromiss ausruhen. - Death
Seit er 17 Jahre alt war, hat sich Steve Jobs entsprechend des Spruchs “If you live each day as if it was your last, someday you’ll most certainly be right” morgens die Frage gestellt, ob er an dem Tag das machen würde, was er vor hat, auch wenn es sein letzter wäre. Wenn mehrere Male die Antwort “Nein” war, wusste er, dass er etwas ändern müsse. Und so waren seine Krebsdiagnose und das Thema Tod für ihn auch wesentliche Treiber für Änderungen: “Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life.” Aus seiner Sicht soll man sich nicht von Dogmen einsperren lassen, die Ergebnisse des Denkens anderer Leute sind. Viel mehr soll man den Mut haben, seiner Intuition zu folgen.
Recht hat er an dieser Stelle und auch darüber hinaus. Denn je länger man ab einer gewissen Grenze über eine Entscheidung nachdenkt, desto eher entscheidet man rückblickend gesehen falsch.
Und nun die Präsentation von Steve Jobs für die, die sich 15 Minuten Zeit nehmen…ich werde “one more thing” vermissen:
Weitere Nachrufe von Bill Gates, Bob Iger, Barack Obama, Eric Schmidt, Michael Dell, Mark Zuckerberg, Carol Bartz und Jerry Brown.