Witzig ist, dass man dann in Nürnberg die U-Bahn-Röhre durch die Frontscheibe sieht, da kommt glatt Indiana-Jones-Feeling auf ,-)Abbau auf dem Forum und Rückfahrt in der automatischen U-Bahn (Foto)
26.10.2011
Witzig ist, dass man dann in Nürnberg die U-Bahn-Röhre durch die Frontscheibe sieht, da kommt glatt Indiana-Jones-Feeling auf ,-)PM Forum quo vadis?
26.10.2011
Ich sitze im vorletzten Vortrag und warte noch auf mein Vortrags-Highlight. Immer auf der Suche nach den Anfängen zukünftiger Entwicklungen, ist das PM Forum für mich eine ergänzende Veranstaltung, denn hier stehen Berichte aus der Praxis im Vordergrund.
Im letzten Jahr war die Keynote von Dirigent Christian Gansch für mich mit Abstand das Highlight. Dieses Jahr waren die ersten drei Keynotes so mäßig, dass ich mir die vierte dann geschenkt habe. Nächstes Mal bitte wieder Referenten, wie wirklich mitreißen und eine “message” haben!
Aus den Gesprächen mit anderen Teilnehmern habe ich erfahren, dass der Vortrag von Siemens über den Skytrain Bangkok hervorragend gewesen sein muss. Auf der anderen Seite sind Vorträge durchgerutscht, die weder fachlich fundiert, noch akzeptabel vorgetragen waren.
Wünsche für die Zukunft
Hier meine Wünsche an das PM Forum 2012:
- Bitte nichts mehr, was nicht state of the art oder ein überzeugender Projekterfolg ist
- Bitte inhaltlich und rhetorisch überzeugende Keynote-Speaker – wenn meine Sicht auf die Welt sich für mich nach einer Keynote nicht geändert hat, war es keine Keynote! Namen sind Schall und Rauch, wenn der Inhalt nicht überzeugt.
- Bitte bei allen anderen Vorträgen sicherstellen, dass die Referenten auch präsentieren können, die Vorträge einen roten Faden haben und am Ende ein knackiges Resümée bieten.
- Bitte Vorträge vorher reviewen und sicherstellen, dass die Folien zumindest lesbar sind aus der letzten Reihe. Da lohnt sich ein Style Guide für die Beiträge.
- Feedback-Bögen bitte kommendes Jahr auch elektronisch bereitstellen, das ist nachhaltiger.
- Wieder so eine gute Location wie die Messe Nürnberg.
- Wieder freies WLAN und eine so gute Übersicht über die Räume und Veranstaltungen vor Ort.
Der fast agile Stream auf dem PM Forum 2011
26.10.2011Planning Poker
Los ging es heute mit einem runden Vortrag zum gängigen Stand des Einsatzes von Planning Poker, allerdings ohne Erfahrungen über die eine Methode im eigenen Unternehmen hinaus oder einen Blick über den Tellerrand.
Commerzbank
Danach stellt die Commerzbank vor, wie durch eine Reorganisation von einer Matrix- in eine Projektorganisation und Umstellung von Push auf Pull bei der Aufgabenverteiltung die Bereitstellung von Infrastruktur für die 1.000 Anwendungen im Rahmen der Integration von Dresdner Bank und Commerzbank optimiert werden konnte. Die Umstellung auf die neue Struktur kostete ca. € 250.000, die Einsparung am Ende war € 2.000.000, hinzu kam eine erfolgreiche mehrmonatige Verkürzung gegenüber der geplanten Projektlaufzeit.
Zwar war der Referent von Scrum inspiriert hinsichtlich seiner Änderungen im Projekt, allerdings hat der Vortrag nichts mit Agilität zu tun.
Planungsaufwände klassisch vs. agil
Der Vortrag von Dominik Maximini, einer von 34 Professional Scrum Trainern (scrum.org) und Berater der Novatec GmbH, verglich Planung in klassischen und agilen Projekten. Er konnte mit konkreten Projekten und Zahlen aufwarten und aufzeigen, dass in einem Rüstungsprojekt der Planungsaufwand des Projektleiters (1 FTE) bei ca. 30% liegt. Im Vergleich dazu ergeben sich aus den Planungen bei Scrum in einem anderen Projekt ein Aufwand von 0,85 FTEs (vgl. auch Kommentar von Hrrn Maximini). D.h. in Scrum ist der Planungsaufwand teilweise sogar höher, aufteilbar in strategische und operative Planung.
Hier seine Planungsschritte in Scrum:
- Die Geschäftsleitung definiert mit dem Product Owner die Produktvision
- Der Product Owner (PO) definiert das Releaseziel zusammen mit den Stakeholdern
- …definiert die Sprintziele zur Erreichung des Releaseziels
- …trägt die benötigten Features in das Product Backlog ein
- Im Sprint Planning stellt der PO dem Entwicklungsteam diese Ziele vor
- Das Entwicklungsteam wählt sich eine Untermenge an Features aus dem Product Backlog aus, dies es umsetzen will (gemäß der Priorisierung des PO)
- ggf. werden die Sprintziele nochmals angepasst oder das Product Backlog geändert
- Das Entwicklungsteam plant die ausgewählten Features präzise auf Taskebene
- Täglich wird diese Planung während des Daily Scrums überprüft und adressiert
- am Ende des Sprints wird das Produkt inspiziert und die Planung zum Releaseziel angepasst
- In der Retrospektive wird geplant, wie das Team noch effizienter arbeiten kann
Ein grundsolider Vortrag von jemand, der alle Fragen umfassend beantworten konnte. Und für mich die Information, dass der Planungsaufwand in Scrum höher ist. Auf der anderen Seite beweist die Erfolgsquote agiler Projekte, dass der Aufwand keineswegs eine Fehlinvestition ist.
Anspruch an einen agilen Stream
Aus meiner Sicht, ist ein agiler Stream ein “Muss” auf einer solchen Veranstaltung, allerdings mit einer durchgängigen Planung und Vorträgen mit
- Scrum-Einführung für Einsteiger
- Erfolgreich eingesetzten best practices mit Blick über den Tellerrand
- Weiterführende Konzepte für erfolgreiche Anwender
Gerne alles weiterhin praxisorientiert, aber bitte professioneller. Über die Teilnehmer und Sponsoren kommen weit über eine Million Euro zusammen, dann kann man auch bei der Vorträgen noch eine gute Schippe drauf legen. Gerade im agilen Bereich kann man sich dazu proaktiv den bekannten Protagonisten der Szene bedienen um zu ergänzen.
Was sollte ich als Projektmanager verdienen?
26.10.2011
Einige Hinweise darauf gibt die zumindest als gedruckte Zusammenfassung auf dem PM Forum erhältliche Karriere- und Gehaltsstudie für Projektpersonal 2011 der GPM. Online gibt es derzeit nur den Aufruf zur Teilnahme.
Im Wesentlichen gibt es keine großen Änderungen seit der Studie 2008/2009. Interessant sind die wesentlichen Kriterien der Studienteilnehmer für die Bewertung ihrer Arbeitsplätze:
- Zufriedenheit mit den Arbeitgebern
- Interessante Aufgabe
- Karriereperspektive
- Weiterbildungsmöglichkeiten
- Gehalt
- Eigener Verantwortungsbereich
Die durchschnittliche Arbeitszeit für Projektpersonal liegt derzeit bei 46,9 Stunden.
Die beiden Knackpunkte der Studie sind aus meiner Sicht, dass nur 10,7% der Teilnehmer (d.h. absolut ca. 75 Personen) länger als drei Jahre in Projekten sind und im Wesentlichen der Raum der GPM nicht verlassen werden konnte, d.h. nur 10% der Teilnehmer kommen beispielsweise vom PMI. Für langjährige Projektmanager ist die Studie nicht so repräsentativ, wie ich es mir wünschen würde.
Die automatische U-Bahn in Nürnberg – weltweit einzigartig nach 15 Jahren
26.10.2011Dr. Rainer Müller, Vorstand Markt und Technik der VAG Nürnberg, berichtete heute in der Keynote über die
Realisierung einer automatischen U-Bahn in Nürnberg, das Projekt RUBIN. Das Projekt startete vor 15 Jahren mit der Entscheidung durch den Stadtrat (1994), gefolgt von der Studie SMARAGT 1997-1999, dem 1. Fahrzeug in Nürnberg 2004, mehrjährigen Verzögerungen 2006-2008 und schließlich der Eröffnung der U3 2008 und der U2 2010. Dieses Jahr wurde schließlich der 100s-Tak eingeführt. Zum Vergleich: In Berlin hofft man immer, dass die S-Bahn überhaupt kommt, immer noch!
Im konventionellen Betrieb fahren jeweils Langzüge, bestehend aus zwei Kurzzügen. Im automatisierten Betrieb werden die Kurzzüge geteilt und damit ein besserer Takt gefahren. Dieser Takt ist im manuellen Betrieb nicht möglich.
Herausragend ist, dass das Projekt trotz Verzögerung ohne Ausfall der U-Bahn realisiert wurde. Damit verbunden auch das Alleinstellungsmerkmal des gleichzeitig möglichen Betriebs mit automatischen und manuell gefahrenen Zügen. Weitere Alleinstellungsmerkmale sind die Möglichkeit, automatisch Züge von der Leitstelle aus zu kuppeln.


Posted by Andreas Heilwagen




