Die “Broken Window”-Theorie und wie aus Projektmäusen Eskalationen werden…

29.06.2011

Vor einigen Tagen besuchte ich ein Haus, welches 10 Jahre nicht bewohnt war. Davor wuchsen Schwertlilien in einem Ruderboot, das Haus selbst sah entsprechend aus. Das erinnerte mich an einen sehr guten Artikel zur Broken Window-Theorie und “technischer Schuld” in der Softwareentwicklung, den mir einer meiner Softwareentwickler empfohlen hatte.

Die Theorie

Die Broken Window-Theorie gilt auch für das Management Projekten. Sie basiert auf einem Test, bei dem Forscher einen Jaguar in der South Bronx in New York parkten in der Erwartungshaltung, dass er auseinandergenommen würde. Vier Tage lang geschah nichts. Als sie ein kleines Fenster einschlugen, war der Wagen in weniger als vier Stunden auf den Kopf gedreht und komplett zerlegt, wie es ursprünglich erwartet wurde.

Dieses Muster wiederholt sich immer wieder: Beschädige etwas und erwecke den Eindruck, als kümmert es Dich nicht, und alles um Dich herum wird lawinenartig den gleichen Weg gehen!

Die Schuld

In der Softwareentwicklung spricht man auch von “technischer Schuld” vor dem Hintergrund, dass kleine Bugs und Defekte sich schnell so auftürmen können, dass man ihrer nicht mehr Herr wird. Deshalb muss man regelmäßig Bugs fixen oder noch besser, die Entwicklung wie bei Scrum auf die sofortige Behebung von Bugs ausrichten.

In Projekten wird gerne gefuscht um den Projektendetermin einhalten zu können. Dabei wird oft verdrängt, dass der Boomerang natürlich zurückkommen wird, auch wenn es vielleicht “nur” den Nachfolger trifft.

Die Empfehlung

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Brüller zum Wochenende: Digitale Öffnungszeiten

24.06.2011

Hat Ihre Mailbox Öffnungszeiten? Wenn ja, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Die Abfrage ausländischer USt-ID-Nummer des Bundeszentralamts für Steuern liefert über die Schnittstelle nur zwischen 05:00 und 23:00 Auskünfte. Ob die Nachts die Server ausschalten?

Dank für den Hinweis auf diese Höchstleistung der Internetausdrucker geht an fefe.


Google auf dem Weg zum besseren Manager

21.06.2011

Anfang 2009 hat Google Feedbackbögen, Auswertungen von Zielvereinbarungen und Nominierungen für Managerpreise analysiert, um herauszufinden wie ein besserer Manager agiert. Nach langem Data Mining kam folgende Liste heraus:

  1. Sei ein guter Coach, dazu gehören auch regelmäßige one-on-ones.
  2. Gib dem Team Entscheidungsbefugnisse und vermeide Mikromanagement.
  3. Drücke Interesse an den Erfolgen und am Wohlergehen der Teammitglieder aus.
  4. Sei kein Weichei! Sei erfolgs- und ergebnisorientiert, dazu gehört die Unterstützung des Teams bei der Erreichung der Ziele und die Beseitigung von Problemen, die im Weg liegen.
  5. Sei ein guter Kommunikator und höre auf Dein Team, dazu gehören auch all-hands-Meetings und die Vermittlung des Sinn und Zwecks der Arbeit.
  6. Unterstütze Deine Mitarbeiter bei ihrer Karriere
  7. Habe eine klare Strategie und Vision für das Team
  8. Verwende Deine technischen Skills, um das Team zu unterstützen, dazu gehört auch mal bei Bedarf die Ärmel hochzukrempeln.

Die drei no-go’s waren

  1. Mache keine Spezalisten ohne Leadership-Befähigung zu Managern.
  2. Vermeide Inkonsistenzen bei der Leistungsmessung und der Karriereentwicklung der Mitarbeiter.
  3. Verwende nicht zu wenig Zeit auf Management und Kommunikation.

Die größte Überraschung war sicherlich, dass die technischen Skills erst auf dem achten Platz gelandet sind. Und wenn man dies auf das Thema Projektmanagement münzt, wird deutlich, wie wichtig Soft Skills für Projektmanager sind und wie sehr dieser Aspekt zum Beispiel im PMBOK® Guide des PMI fehlt. Die GPM/IPMA hat hier wesentlich bessere Arbeit geleistet, allerdings die bekannten Schwächen im prozessualen Bereich.
Entscheidend an der Untersuchung von Google ist aber vor allem, dass ein Ranking der Faktoren durchgeführt wurde.

In Bezug auf Scrum fällt auf, dass die meisten Punkte von Google den wichtigsten Skills eines Scrum Master entsprechen, auch wenn die klassischen Linienmanager bei Scrum kaum Bedeutung haben. Insbesondere das Karrierethema und die technischen Skills haben lt. Scrum Guide weniger bis keine Bedeutung. Und so bin ich froh, dass sich Boris Gloger mit dem Thema Personal in seinem neuen Buch beschäftigt, auch wenn ich es noch nicht gelesen habe.

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Scrum at the Door! How to Survive as a Project Manager

16.06.2011

You are a project manager and Scrum comes around. What will you do? Get your bearings on the 15th and 16th of September in Berlin with my answers to these questions:

  • You are redundant?! There are no PM’s in Scrum
  • A galaxy far, far away: Where Scrum doesn’t help
  • A career path for an agile Project Manager? Is there a place for me?

Join my keynote and discuss with me on one of the events ,-)

UPDATE: The Berlin event has been canceled by the organizer. You can join me in Stockholm and learn about Advanced Enterprise Scrum Patterns.


Die Autoren des Agilen Manifests treffen sich zum 10-jährigen

15.06.2011

Wie Jeff Sutherlande gerade schrieb, treffen sich die Autoren des Agilen Manifests zum 10-jährigen Jubiläum auf der Agile 2011 Conference in Salt Lake City Anfang August. Ich bin gespannt, um das Manifest dann aktualisiert wird. Auf jeden Fall dürfte das Event spannend werden ,-)


Digitale Projektablage & klare Dateinamenskonvention

10.06.2011

Das Thema Digitale Ablage führt immer wieder zu Kontroversen und so hat Dr. Thomas Mathoi vom Bau.Projekt.Management-Blog eine Replik zum meinem gestrigen Posting geschrieben:

In meinem Beitrag für das ProjektMagazin.de vom Februar 2010 habe ich mich eingehend mit der digitalen Projektablage und deren Strukturierung beschäftigt. Aus diesem Beitrag darf ich aus gegebenem Anlass quasi als Replik zu Andres Heilwagen‘s Blog-Post „Wie sieht eine vernünftige Dateinamenskonvention aus?“ hier ein wenig zitieren:
Die Projektablage dient zum einen der Bearbeitung von Projektunterlagen im Team und zum anderen der Dokumentation aller Daten und Informationen sowie des Wissens und der Erkenntnisse, die im Zuge der Projektbearbeitung gewonnen wurden. Es handelt sich dabei um eine strukturierte, möglichst zentrale Sammlung aller projektrelevanten Informationen und Daten, die von (fast) allen Projektbeteiligten bearbeitet und regelmäßig gepflegt werden. Lokale Ableger der Projektablage bei den einzelnen Projektbeteiligten sollten die Ausnahme bleiben. Falls sie dennoch notwendig sind, muss darauf geachtet werden, dass sie hinsichtlich der Aktualität der Dateien keinen Widerspruch zu der zentralen Projektablage (z.B. auf einem für alle Projektbeteiligte zugänglichen Projektserver oder virtuellen Datenraum im WWW) darstellen, d.h. es keine Versionsunterschiede einzelner Dateien und somit ein Aktualitätsproblem gibt.
Für die Umsetzung einer Projektablage existieren verschiedene Ansätze. Die Bandbreite reicht dabei von einer Arbeitspaket orientierten Gliederung bis hin zu einer chronologischen Zeitschienen-Ablage. Im ersten Fall ist die Ablage z.B. in Projektordner, Teilprojektordner, Arbeitspaketordner untergliedert. Im zuletzt genannten Fall ist der Dateiname jeder Datei und jedes Ordners mit einem vorangestellten Datum versehen, wobei umfangreichere Vorgänge in Ordnern zusammengefasst sind. In Bauprojekten hat sich eine gemischte Struktur aus Projektphasen, PM-Handlungsbereichen und Arbeitspaketen optimal bewährt.

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