Das PJMB-Blog wird zum Jahreswechsel (nicht) wg. dem JMStV geschlossen.

30.11.2010

Leider gibt es ja keine Eignungsprüfung für Politiker, sonst wäre der ganze Unfug mit dem neuen Jugendmedienstaatsvertrag nicht so peinlich. Letztlich geht es dort darum, Jugendschutz für alle Online-Medien ähnlich zu gewährleisten. Dummerweise gibt es erst das Gesetz und danach macht man sich Gedanken, wie man es umsetzt. Derzeit kann man es gerne als Blogkiller oder auch Zensur unliebsamer Inhalte uminterpretieren. Fakt ist jedenfalls, dass man, wenn es so weitergeht, zum Jahreswechsel eine der folgenden Möglichkeiten wählen muss:

  • Altersverifikation
    Wollen sie sich wirklich wie auf einer Erotikseite hier für dieses Blog freischalten lassen? Das wäre für mich sowieso zu teuer vor dem Hintergrund, dass die Inhalte kostenlos sind.

  • Sendezeiten
    Das Blog ist u.a. dafür gedacht, während der Arbeitszeit relevante PM-Inhalte für Recherchen bereitzustellen. Wenn das Blog nur Nachts online wäre, wäre das ziemlich unsinnig.

  • Alterskennzeichnung
    Zwar kann man selbst die Inhalte mit einer Alterskennzeichnung versehen und ich bilde mir ein, mit den hier behandelten Themen es noch relativ einfach zu haben, allerdings muss diese Kennzeichnung durch passende Software auslesbar sein. Da ist aber derzeit weder eine Schnittstelle noch eine Software in Sicht.

Am Ende des Tages tangiert mich der neue JMStV in seinen Randbereichen, macht aber leider den Betrieb des Blogs möglicherweise unmöglich. Ich hoffe, dass ein paar Politiker und Journalisten ggf. anfangen nachzudenken, allerdings sehe ich die Chancen als gering an.

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Scrum Alliance, scrum.org – oder doch etwas ganz Neues?

30.11.2010

Boris Gloger hat gestern die bekannte Kritik an den beiden Scrum-Organisationen Scrum Alliance und scrum.org treffend zusammengefasst. Aus seiner Sicht sind beide Interessensvertretungen der Trainer, US-zentrisch und geistige Kinder von Ken Schwaber. Zumindest für mich als Berater (und nicht hauptsächlich Trainer) ist scrum.org die bessere Alternative, da die Zertifizierungen dort zumindest sicherstellen, dass man den Scrum Guide und die Auffassung von Ken Schwaber verstanden hat. Bei der Scrum Alliance werden die Zertifikate ziemlich beliebig vergeben und sind somit für das Thema Marketing und Karriere relativ uninteressant, egal ob im Beratungsbereich oder in Festanstellungen.

Spannend ist seine Argumenten zur Weiterentwicklung von Scrum. Aus seiner Sicht sind Task-Board, Retrospektive und Burndown-Chart auf Story Point-Basis außerhalb des Dunstkreises der beiden Scrum-Organisationen entwickelt worden. Ken selbst bezeichnet das Burndown Chart als Scrum lore, d.h. dem was um Scrum herum entstanden ist.

Letztlich wird hier aber ein ganz anderes Problem offensichtlich.
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Scrumtisch in Berlin – Große Retrospektive und Update vom Amsterdam Scrum Gathering

29.11.2010

Gerade komme ich von meinem ersten Scrumtisch in Berlin, organisiert von agile42 zurück. Dankenswerterweise keinerlei Werbung dort, stattdessen ein Backlog mit spannenden Fragen der Teilnehmer, die dann professionell moderiert von Andrea Tomasini von allen priorisiert wurden. Gewonnen hatten die Themen

  1. Teams trying to do Scrum, when only few members care
  2. Home office with Scrum? How to make it work?

Das erste Thema drehte sich eigentlich um die Anfänge einer Scrum-Einführung mit Leuten, die teilweise schon mehrere Jahrzehnte als Entwickler an Bord sind und unter hohem Druck arbeiten. Das 2. Thema war besonders spannend und der Input aus dem Publikum hat mich schließlich zu der Auffassung kommen lassen, dass es zu kompliziert ist und Homeoffice bei Scrum einfach fehl am Platze ist bis auf wenige Ausnahmen. Homeoffice muss vorher geplant werden durch den Mitarbeiter und führt dann zu erheblicher Komplexitätssteigerung im Planning Meeting. Und gerade Komplexität versucht Scrum in den Griff zu bekommen, warum diese also unnötig steigern? Sicher finden sich für Mitarbeiter mit Homeoffice-Bedarf Aufgaben außerhalb des Sprints. Für spontane Ausfälle durch kranke Kinder etc. ist die Homeoffice-Lösung natürlich optimal um das Sprintgoal möglichst erreichen zu können.

Marion Eickmann hat das Event im Detail im Blog von agile42 zusammengefasst, lesenswert!

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Professional Scrum Master II #42 – endlich geschafft!

29.11.2010

Alles perfekt getimed ,-) Heute Abend hat mir Ken Schwaber das Zertifikat für die bestandene PSM II-Prüfung geschickt. Die Prüfung war knackig da man in zwei Stunden “nur” 30% Multiple-Choice-Fragen beantworten musste und der Rest Freitextfragen waren. Die Mischung der Fragetypen erfolgt zufällig und man kann alle Fragen nur einmal bearbeiten und danach nicht mehr korrigieren. Somit muss man sich seine Zeit gut einteilen und vor allem halbwegs schnell in englischer Sprache formulieren können. Insofern bin ich jetzt 42ste PSM II und hoffe, dass noch viele folgen werden. Bis die Scrum Alliance mit vernünftigen Zertifizierungen nachzieht wird es noch etwas dauern, bis dahin genügt die Fähigkeit eine Tastatur bedienen zu können und zwei Tage zuzuhören für die Zertifizierung als Certified Scrum Master. D.h. mit dem CSM wird keine Aussage über die Skills der zertifizierten Person getroffen. Wie sich das ändert, dazu mehr im nächsten Posting.


PM Podcast #9 – n-Spieler Spiele – Wie sich Projekte selbst optimieren oder ins Verderben gejagt werden, Teil 2

29.11.2010

PM Podcast (Icon)Cablegate, der neueste Streich von Wikileaks, dürfte heute morgen die Medien beherrschen und zumindest die, die gestern die österreichische Veröffentlichungspanne des Spiegel verpasst haben, dürften sich einige neue Einsichten in die globale politische Landschaft ergeben. Und der heutige 2. Teil des Spieltheorie-Podcasts mit Oliver Lehmann zu n-Spieler-Spielen verschafft Ihnen gleich das Handwerkszeug um besser zu verstehen, warum dieser Sumpf so funktioniert wie er eben funktioniert. Im Kern basiert die Episode auf dem Nash-Equilibrium, dass

“einen Zustand eines strategischen Gleichgewichts beschreibt, von dem aus kein einzelner Spieler für sich einen Vorteil erzielen kann, indem er einseitig von seiner Strategie abweicht.”

Und so lernen Sie im Podcast mit animierten Diagrammen, wie man Verkehr beeinflussen kann und sich durch neue Regeln immer wieder neue Gleichgewichte einstellen. Damit kommen Sie morgen hoffentlich besser mit dem Auto zur Arbeit. Und in Projekten können Sie mit intelligent vereinbarten Regeln dafür sorgen, dass diese erheblich besser funktionieren oder eben Probleme erzeugt oder verstärkt werden.
Mit dem gleichen Wissen werden Sie ein besseres Verständnis dafür entwickeln, die die politischen Aktionen einzelner Personen und Staaten weltweit Auswirkungen haben können oder nicht. Letztlich tendieren alle Bewegungen immer wieder hin zu Gleichgewichten, die gerade in der Politik von regelmäßigem Störfeuer im Interessen Einzelner wieder in Richtung Ungleichgewicht versucht werden zu verschieben:


So spammt Berlin – Ich gratuliere Rechtsanwalt Kantor zum 5.960. Spamkommentar im PJMB-Blog

27.11.2010

Ich finde das ja interessant, wenn mal nicht für Viagra, Glücksspiel o.ä. in meinem Blog geworben werden soll und dann noch aus meiner eigenen Stadt. Ein paar Berater habe ich in der Vergangenheit schon erfolgreich vom Hof gejagt, wenn es dreist wurde. Aber der Herr Rechtsanwalt Kantor schiesst wirklich den Vogel ab. Also Herr Kantor, ich freue mich wirklich dass Sie mein Blog als Werbekanal nutzen wollen und den 5.960. Spamkommentar eingereicht haben oder einreichen haben lassen, allerdings würde ich nie im Leben zu einem Rechtsanwalt gehen, der bekanntermaßen im Internet spammt. Erlaubt das eigentlich der Berufsethos? Zumindest bei uns Projektmanagern gibt es sowas wie einen Code of Conduct, der es einem schwer macht so einen Vorgehen zu verargumentieren. In diesem Sinne empfehle ich Ihnen eher eine Facebook-Seite, dort können Sie sicher auch gut Ihre Dienstleistung zum Abholen von Bußgeldbescheiden bewerben.
Und wer den Rest sehen will:

Michail Kantor lässt übrigens aus Russland spammen, gut dass Herr Putin gestern hier war:

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